willkommen in der
rosenbrauerei pößneck

»Zur Fa. Ed. Schaar in Pößneck ist auf Blatt 167 des Handelsregisters heute eingetragen worden, dass der Bauer
Paul Schaar als Gesellschafter am 30. September d.J. ausgetragen ist und dass die Firma von dem seitherigen
Gesellschafter Richard Wagner als nunmehrigen alleinigen Inhaber unverändert fortgeführt wird.« (Pößnecker
Zeitung am 5. Oktober 1895)

Zeitungsdokumente belegen, dass der Name Rosenbrauerei vermutlich schon Anfang der 90er Jahre des vorigen 
Jahrhunderts entstand. Auch einer ganzseitigen Werbeanzeige in der Pößnecker Zeitung vom 3. Februar 1896
heißt es bereits »Richard Wagner, Rosenbrauerei«. Zur Jahrhundertwende erzeugte die Pößnecker Brauerei ca. 33.000 Hektoliter Bier. Dass die Wagners, deren Familienchronik in Pößneck übrigens weit bis ins Mittelalter
reicht, von jeher allem Neuen aufgeschlossen gegenüberstanden, belegt ein Schriftstück aus dem Jahre 1900.
Richard Wagner gilt als Initiator des ersten Telefonnetzes in Pößneck und bekam für seinen Anschluß daher die
Nummer Eins zugeteilt.
Auch die Tatsache, dass bereits um die Jahrhundertwende die Stromversorgung der Brauerei auf der Basis von
Gleichstrom gesichert wurde, darf als Zeichen unternehmerischer Weitsicht gelten. Der Brand des Gasthauses
»Zum Rosengarten« im Januar 1900 sowie der Brand der Rosenbrauerei im September 1906, verursachten dem
Unternehmen schweren Schaden. Ungeachtet dessen vergrößerte sich das Verbreitungsgebiet des wegen seiner
Qualität geschätzten Rosenbieres in den folgenden Jahren stetig.

Die Jahre 1445 – 1906

Bereits im Mittelalter stand das Pößnecker Brauwesen in voller Blüte. Einer Urkunde zufolge verfügten 1445
etwa 120 Bürger über eine Brauberechtigung, d.h., sie schenkten ihr Selbstgebrautes daheim aus, bis das
»Gebräude« zur Neige ging. Dieser Brauch hielt sich immerhin über vier Jahrhunderte bis 1850. 
Eine alte Stadtrechnung belegt, dass Pößnecker Bier bereits bis Weimar geliefert wurde. 1589 ließ der
Pößnecker Stadtrat in der Krautgasse ein neues Brau- und Malzhaus errichten, in dem sich ein Brunnen
befand, der aus der Mönchsquelle im Unteren Hain gespeist wurde.

Aus dem Jahre 1656 datiert eine vom Thüringer Landgrafen Herzog Friedrich Wilhelm für Pößneck erlassene
Brauordnung. Sie regelte nicht nur den gewerblichen Bierverkauf, sondern räumte der Stadt auch das Recht
ein, in Notzeiten den sogenannten »Bierpfennig« zu erheben. Anfangs tilgte man damit vor allem Kriegsschul-
den, später kamen die Einnahmen auch dem Straßen- und Schulenbau, dem Umbau der Stadtkirche und der
Besoldung städtischer Beamter zugute. Besagte Brauordnung muss sich offenbar bewährt haben, denn 1657
erbittet der Rat zu Gera eine Abschrift. Übrigens war Biertrinken im Mittelalter eine recht preiswerte Angelegen-
heit. 1649 kostete das Maß drei Pfennige, 150 Jahre später war der Preis allerdings schon auf sechs Pfennige
»hochgeschnellt« …
Mit Einführung der freien Konkurrenz im Brauwesen um 1850 konnte sich jeder Bürger um das Braurecht be-
werben und als 1863 die vollständige Gewerbefreiheit galt, führte dies zur Gründung der Brauerei und Mälzerei
bei der Rosenmühle durch die Herren Albert, Schilling und Walter. Nach mehreren Besitzerwechseln wurden
1883 schließlich Eduard Schaar und Richard Wagner Pächter dieser Brauerei. Nach umfangreichen Erweiterungs-
und Modernisierungsarbeiten, geht das Unternehmen 1895 in den alleinigen Besitz von Richard Wagner über.

Die Jahre 1907 – 1936

Im Jahre 1910 erweiterte Richard Wagner das Unternehmen durch die Integration der Bavariabrauerei.
1923 wird schließlich noch die Bergschlößchenbrauerei in Köstitz übernommen. Gewissermaßen auf dem Höhe-
punkt der Inflation – ein Glas Bier kostete am 15. November 1923 stolze 52 Milliarden Reichsmark – übernahm
Kurt Wagner als alleiniger Inhaber die Firma seines Vaters. Zu dieser Zeit begann auch der Bahnexport von
Rosenbier in eine Reihe großer deutscher Städte, unter anderem nach Leipzig.

In den folgenden Jahren finden umfangreiche Erweiterungen des Firmengeländes statt, werden zahlreiche
Investitionen vorgenommen. 1928 erfolgt der Kauf einer Flaschenabfüllanlage und einer Fasswaschmaschine,
im gleichen Jahr wird der Lagerkeller tiefergelegt und wenig später um 20 Zepelintanks erweitert.

Die Rosenbrauerei erweist sich weitere zehn Jahre immer wieder als Trendsetter guten Geschmacks, wie wir
heute sagen würden. Mit dem Karamel- Vollbier oder dem alkoholarmen Weizenbier bewiesen Kurt Wagner und
seine Mitarbeiter Gespür für das richtige Produkt zur richtigen Zeit.
1930 wurde die Rosenbrauerei Pößneck Richard Wagner in eine GmbH umgewandelt. Im gleichen Jahr beginnt
man mit dem Kühlschiffaufbau und dem Kontorumbau. Zwischen 1931 und 1934 wurden unter anderem eine
Schlosserei errichtet, der Gärkeller umgebaut, die Flaschenreinigungsanlage in Betrieb genommen sowie der
Fuhrpark erweitert und modernisiert. Darüber hinaus erfolgte der Neubau der Picherei sowie einer Schreinerei
zur Fassherstellung und deren Reparatur. 1936 wurden die Flaschenkellerei und das technische Büro errichtet,
sowie der Schalander eingeweiht. Gleichzeitig entstanden für die damalige Zeit vorbildliche Sozialräume.
Im Folgejahr werden Wohnraum und Verwaltung auf das Brauereigelände verlagert.

Die Jahre 1937 – 1950

Die Expansion des Unternehmens brachte es mit sich, dass die Ressourcen erstklassigen Wassers an ihre
natürlichen Grenzen stießen. 1938 begann deshalb eine Brunnenbohrung bei Hütten. Am 5. Mai 1939 wurden
mit der Förderung von natürlich reinem Wasser aus 110,5 Meter Tiefe begonnen. Ein Gutachten des Technisch-
Wissenschaftlichen Institutes bestätigt wenige Tage später »das Wasser als ganz weiches Naturwasser, welches
dem Brauwasser des Bürgerlichen Brauhauses zu Pilsen gleichwertig ist«.

Zwischen 1931 und 1941 wird die Rosenbrauerei erneut umfangreich modernisiert – gebaut werden unter an-
derem eine Malzschoterei, ein Sudhaus, ein Kessel- und ein Brunnenhaus. Seit Jahrzehnten produziert der
Betrieb ausschließlich mit brauereieigenem Wasser, dessen Qualität den Ausgangspunkt für die einstigen und
jetzigen Spitzenbiere der Privatbrauerei bildet. Als fortschrittlich galt die Rosenbrauerei auch in Sachen Energieeinsparung. So wurde 1940 eine Dampfmaschine mit gekoppeltem Drehstromgenerator installiert, diese nutzten den Hochdruckdampf zur Stromerzeugung, den Abdampf zum Würzekochen. Der mittels Dampf erzeugte Strom
wurde nicht nur für die Produktion verwendet, sondern auch teilweise ins öffentliche Netz eingespeist.
Trotz Rationierung der Rohstoffe und befohlener Einschränkung heimischer Gastronomie betrug der Bierausstoß der Rosenbrauerei in den Kriegsjahren 1943/44 über 51000 Hektoliter. Der jahrzehntelange Aufschwung der Wagnerschen Privatbrauerei fand erst mit Kriegsende 1945 ein jähes Ende.

Etwa in diese Zeit fällt auch der Beginn der langjährigen Freundschaft zwischen dem berühmten Pößnecker Maler Prof. Franz Huth und der Familie Wagner. Der später zum Ehrenbürger ernannte und international geschätzte Künstler verband in meisterlicher Form die Wiedergabe des Gegenständlichen mit dem Zauber von Licht und Farbe.
Zu den bevorzugten Motiven seiner Heimatstadt gehörten unter anderem das Brauereigelände mit seinen architektonisch markanten Gebäuden.

Richard Wagner übernahm im Juli 1945 die Leitung des Betriebes, wobei ihm der Prokurist Willy Barth und Braumeister Karl Briel zur Seite standen. Dem Bestreben, alte Kundenkontakte wiederherzustellen und die Produktion auf Vorkriegsniveau zu bringen, wurden 1950 staatlicherseits Einhalt geboten. Bereits in den Jahren 1948/49 war Richard Wagner zunächst ausgesperrt und später unter fadenscheinigen Gründen sogar inhaftiert worden.
Obwohl schließlich freigesprochen wurde Richard Wagner Anfang 1950 erneut verfolgt, konnte aber in den Westen Deutschlands fliehen. Nachdem die Rosenbrauerei im März 1950 zunächst treuhänderischer Verwaltung unterstellt
wurde, dienten angebliche Wirtschaftsvergehen als Vorwand, das Unternehmen der Familie Wagner zu entziehen und in Volkseigentum zu überführen. In den folgenden vier Jahrzehnten führt die Familie im westlichen Teil Deutschlands die Unternehmenstradition fort und baute sich beharrlich und erfolgreich eine neue Existenz als
mittelständischer Zulieferer für die Getränkeindustrie auf.

Die Jahre 1951 – 1987

Am 7. Juni 1951 wurde die Rosenbrauerei unter Leitung des VVB Südwest Erfurt »Volkseigener Betrieb«.
Eine Explosion im Kohlebunker verursacht im gleichen Jahr erhebliche Schäden. Die Dampferzeugung auf
der Grundlage von Rohbraunkohle bereitete in den Folgejahren ebenso in unschöner Regelmäßigkeit Pro-
bleme, wie die inzwischen veraltete Filtertechnik. Das Fehlen geeigneter Technologie einerseits, wie das
Ausbleiben notwendiger Erneuerungsmaßnahmen andererseits, ließen die Produktivität des Betriebes im
internationalen Vergleich immer stärker zurückfallen.

Der zunehmende Konsum von Bier und alkoholfreien Getränken, führte schließlich zur Erweiterung und Re-
konstruktion einzelner Produktionsabschnitte. So wurden der Gärkeller und die Kälteaggregate erneuert, eine
Kohlendioxid-Gewinnanlage und eine Flaschenabfüllanlage installiert. Eine durchgängige Fertigungslinie war
aber nicht möglich – der Wille war vorhanden, Geld nicht. Dennoch wurden 1973 1,5 Millionen Mark in eine
Wasserleitung investiert, die von dem 1940 erbauten Brunnenhaus in den Braubetrieb führte.
Das samtweiche Wasser aus der Quelle im Bartholomäusgrund rechtfertigte über die Jahrzehnte hinweg seinen
guten Ruf – mehr als 20 Jahre wurde es, auf Grund seines geringen Natriumanteils, an die Eltern von Kleinst-
kindern zur Nahrungszubereitung verteilt. 1961 wird die Rosenbrauerei zum Erzeugnisgruppenleitbetrieb der
Brauereien des Bezirkes Gera »ernannt«, ab 1969 befindet sich in Pößneck der Stammbetrieb des Getränke-
kombinates Gera.

In den 70er und 80er Jahren wird der Jahresausstoß der Rosenbrauerei auf bis zu 115000 Hektoliter alkohol-
freier Getränke erhöht – auf Kosten der vorhandenen Produktionskapazitäten und damit der Qualität.
Neben Rosen-Pils, Rosen-Vollbier und Rosen-Bock, zählen bei den alkoholfreien Getränken Karena-Brause
und »Selters« zu den bekanntesten Produkten. 1974 wird die Brauerei Neustadt der Rosenbrauerei als Betriebs-
teil angegliedert. Mit der Verlegung des Kombinatssitzes 1987 nach Bad Köstritz, fungiert die Pößnecker Rosen-
brauerei als selbstständiger Kombinatsbetrieb. Bereits 1982 erfolgte die Festschreibung des Liefergebietes auf
einen 45-km-Radius um Pößneck. Zeitweise stieg der Jahresausstoß beider Brauereien auf 160000 Hektoliter
Bier und 62000 Hektoliter alkoholfreier Getränke. In den 80er Jahren waren 165 Mitarbeiter in der Rosen-
brauerei beschäftigt.

Die Jahre 1988 – 1993

Das zunächst vorherrschende Interesse an Bieren aus den Altbundesländern führte unmittelbar nach der Wende
auch für die Rosenbrauerei zu einem dramatischen Verlust an Absatzmärkten im bisherigen Stammgebiet.
Fehlende marktwirtschaftliche Kenntnisse, einhergehend mit überalteter Technik, ließen den Getränkeausstoß
auf einen Tiefpunkt sinken.
Hilfe für den maroden Betrieb kam von den ehemaligen Besitzern der Brauerei, Familie Wagner. Nico Wagner,
Urenkel des Mitbegründers, übernahm im Mai 1991 die Leitung der Rosenbrauerei vor Ort und setzte damit nach
der Zwangsunterbrechung eine nunmehr 130jährige Familientradition fort. Im gleichen Jahr revidierte ein Kassa-
tionsgericht das Urteil wegen angeblicher Wirtschaftsvergehen seines Vaters, wodurch der Weg zur Reprivati-
sierung geebnet wurde.
Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe waren für die Sanierung der Anlagen und die Modernisierung der
Technik erforderlich, umfangreiche Mittel werden weiterhin eingesetzt, um den erreichten hohen Standard zu
halten und auszubauen. Allein in den Jahren 1992/93 wurden zahlreiche Gebäude saniert, die Heizung grund-
legend erneuert und eine modernsten Ansprüchen genügende Filteranlage installiert.
Das Sudhaus wurde komplett rekonstruiert, eine hochmoderne Flaschenabfüllanlage mit einer Stundenkapazität
von 24000 Flaschen in Betrieb genommen. Die Anlage verdoppelt nicht nur die bisherige Produktion, sie garantiert
zudem eine höhere Füllgenauigkeit.
Geringer Energieverbrauch und minimaler Lärmpegel bilden den umweltschonenden Aspekt der Fünf-Millionen-
DM-Investition. Wenig später kam eine Fassabfüllanlage hinzu. Der ebenfalls neue Lagerkeller ist mit sechs Tanks
mit je 1000 Hektoliter Fassungsvermögen bestückt. Die aufwendige Sanierung des Abwassernetzes in Verbindung
mit einer Vorbehandlungsanlage leistete einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz, darüber hinaus hielt das
Wasser der brauereieigenen Quelle strengsten Prüfungen stand. Aufgrund seiner exzellenten Qualität bekommt es
1991 das Prädikat eines natürlichen Mineralwassers verliehen.

Nicht von ungefähr bezieht sich der Slogan der Rosenbrauerei denn auch auf diese Qualität: »Das bess’re Wasser
macht das bess’re Bier«. Aufgrund der konsequenten und erfolgreichen Bemühungen, an die Qualitätsbiere der
einstigen Privatbrauerei anzuknüpfen, erhielt die Rosenbrauerei 1992/93 erstmals den begehrten DLG-Preis der
Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft sowie das CMA- Gütesiegel für Rosen-Pils. Ökologischen Aspekten widmet
die Geschäftsführung seit der Rückübertragung besonderes Augenmerk. So sank beispielsweise Ölverbrauch 1995
gegenüber 1991 auf 46 Prozent, während der Produktionsausstoß gleichzeitig um 86 Prozent zunahm.
Durch Produktionszentralisierung, die Schaffung eines geschlossenen Kondensatkeislaufes und der Erneuerung
des kompletten Leitungssystems konnte zudem der Wasserverbrauch auf 32 Prozent reduziert werden.
Zwei Kilometer neu verlegte Wasserleitung führten seit 1994 nicht nur zur Stabilisierung der betrieblichen Ver-
sorgung, sondern auch zu einer bedeutenden Einsparung dieses Rohstoffes.

Das Jahr 1994

Umfangreiche Investitionen in Technik und Technologie, die Anwendung umweltschonender Verfahren und die
Entwicklung neuer Produkte gingen in den letzten Jahren einher mit der konsequenten Einschließung neuer
Absatzmärkte über das eigentliche Stammgebiet hinaus. Rosen-Bier und alkoholfreie Getränke werden mittler-
weile über ein dichtes Händlernetz in ganz Thüringen und zahlreichen anderen Bundesländern angeboten.

Mit einer breiten Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit sorgt die Rosenbrauerei im Wortsinne dafür, dass ihre
Produkte in aller Munde sind. Während eines Empfangs in der Deutschen Botschaft in Paris anlässlich des
Jahrestages der Deutschen Einheit 1993 konnten sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft ein eigenes Urteil
über den ausgezeichneten Geschmack des Rosen-Pils bilden. Zu jenen, die dem Pößnecker Bier Anerkennung
zollen, gehört übrigens auch Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel.

In ihrer Ausgabe vom 2. September 1994 stellte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« fest: »Rosenbräu erobert
den thüringischen Markt zurück. Die Pößnecker Brauerei gehört seit ein paar Jahren wieder dem alten Besitzer,
der Familie Wagner. Und diese hat die einst zu den führenden Privatbrauereien Mitteldeutschlands zählende
Rosenbrauerei wieder auf den Weg gebracht. Die Brauerei braute 1993 rund 75000 Hektoliter Bier und gehört
damit zu den größeren in Thüringen.« Starke Resonanz finden die regelmäßig stattfindenden Brauereibesich-
tigungen unter fachkundiger Führung, während derer Wissens- und Bierdurst der Besucher gleichermaßen
gestillt werden.
Der kleine Exkurs führt von der Geschichte des Gerstensaftes über die Präsentation der modernen Anlagen und
einen Rundgang über das architektonisch wie landschaftlich reizvolle Firmengelände bis zur Verkostung im Scha-
lander der Rosenbrauerei. Letzterer gilt zudem als beste Adresse für vielfältige Veranstaltungen musikalischer
und informativer Art, die oft gemeinsam mit der örtlichen Volkshochschule organisiert werden. Der das Pößnecker
Stadtbild prägende Unternehmenskomplex gilt bei vielen Besuchern als die schönste Brauerei Thüringens.
Für Aufmerksamkeit weit über die Region hinaus sorgte im April des gleichen Jahres die Taufe des Heissluftballons
»Delta Rosenbräu« auf dem Pößnecker Markt. Zahlreiche Menschen nutzten seither die Gelegenheit, an Bord des
brauereieigenen Ballons ihre Heimat aus der Vogelperspektive zu betrachten. Aufgrund des großen Interesses von
Ballonteams in ganz Deutschland und Nachbarländern, richtete die Brauerei im Herbst 1994 die »I. Internationale
Thüringer Montgolfiade« um den »Rosenbräu-Cup« aus.
All diese Aktivitäten gingen einher mit der Erweiterung der Getränkepalette der Rosenbrauerei. So erfolgte im
November 1994 der offizielle Anstich für die »Schwarze Rose«. Das Schwarzbier war in sechsmonatigen Laborver-
suchen getestet worden, bevor es auf dem Jenaer Marktplatz unter dem Slogan »Thüringen feiert den feinen
Unterschied« seine erfolgreiche Premiere erlebte.

Die Jahre 1995 – 1996

Ein Jahr später wurden Rosenpils und Schwarze Rose auch in Dosen angeboten und die alkoholfreie Getränke-
linie um »Fizz-Orange« und »Fizz-Zitrone« erweitert. Das beliebte »Thüringer Heidequell« ist bereits seit 1991 im
Angebot. Auch für diese Produkte wird das Wasser der brauereieigenen Quelle verwendet. Das sich durch seine
Natriumarmut und Nitratfreiheit auszeichnende natürliche Mineralwasser eignet sich in besonderer Weise für die
Herstellung qualitativ hochwertiger alkoholfreier Getränke und für die Zubereitung von Säuglingsnahrung.
Neben der regelmäßigen Eigenkontrolle durch das Brauereilabor wird das weiche, chloridarme Wasser zweimal
jährlich einer unabhängigen Institutsprüfung unterzogen. Sämtliche neue Erzeugnisse treffen nicht nur den Ge-
schmack der Kunden aller Altersklassen, sondern finden auch die Anerkennung des Fachpublikums regionaler
und überregionaler Messen, unter anderem der »Grünen Woche« in Berlin.
Seit Anfang der 90er Jahre gehört die Rosenbrauerei zu den wenigen thüringer Unternehmen, deren Erzeugnisse
von unabhängigen Experten hoch gewürdigt werden. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft verleiht den Er-
zeugnissen der Rosenbrauerei den DLG-Preis, die Zentrale Marketinggesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft
zeichnet das Unternehmen mit dem CMA- Gütesiegel aus. Damit werden die höchsten Qualitätsansprüchen gerecht
werdenden Erzeugnisse der Brauerei ein zweites mal in Folge ausgezeichnet.
1995 werden Rosenpils und Schwarze Rose (als einziges thüringer Schwarzbier) mit der höchsten Auszeichnung,
die die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft zu vergeben hat – dem Großen Preis der DLG – gewürdigt. Im Jahr
1996 erhält die »Fizz«-Familie durch das neu entwickelte »Fizz-Grapefruit« weiteren Nachwuchs. Nahezu zeit-
gleich kreiert die Rosenbrauerei mit dem »Black Tiger« das erste deutsche Schwarzbier-Radler.

Die Jahre 1997 – Heute

»Das bess're Wasser macht das bess're Bier.«
Aufgrund der konsequenten und erfolgreichen Bemühungen erhält die Rosenbrauerei in den Jahren 1997–2000
für die Schwarze Rose und das Rosen Pils durch die als härtester Biertest der Welt geltende Prüfung den DLG-
Preis in Gold und Silber. »Die Biere sind auf einem sehr hohen Qualitäts-Niveau zur Prüfung vorgestellt worden«,
unterstreicht Prof. Dr. Heinz Miedaner, der wissenschaftliche Leiter der Bierprüfung vom Weihenstephaner
Brauerei-Institut. Diese Qualitätsauszeichnungen kommen nicht von ungefähr, sondern sind nur durch einen hohen
Anspruch an die Rohstoffe und vor allem an moderne Technik zu erreichen. Daher wird auch in Zukunft an der
Modernisierung der Rosenbrauerei gearbeitet, um sie auf dem neuesten Stand der Technik zu halten. So wurde im
Jahr 2000 die Außenkochung in Betrieb genommen. Sie bewirkt nicht nur eine gleichmäßige Qualität, sondern auch
erhebliche Energieeinsparung.

Im Jahr 2001 befand sich die Rosenbrauerei auf Expansionskurs und konnte gleich zwei Brauereien, die Vereins-
brauerei Greiz und die Brauerei Weimar-Ehringsdorf anschließen. Am 03.01.2001 erhielt die Rosenbrauerei im
Zuge einer Zwangsversteigerung den Zuschlag für die Brauerei Weimar-Ehringsdorf. Der Brauort Ehringsdorf be-
findet sich seither in der Aufbauphase, damit in naher Zukunft der Braubetrieb wieder aufgenommen werden kann.
Bis dahin wird das Ehringsdorfer Bier in der Rosenbrauerei Pößneck gebraut und abgefüllt.Ziemlich genau ein hal-
bes Jahr später, am 01.10.2001 erfolgte dann die hundertprozentige Übernahme der Vereinsbrauerei Greiz.
Durch zahlreiche organisatorische wie technische Veränderungen erhofft man sich für das Geschäftsjahr 2002
eine Absatzsteigerung um ca. 5000 hl.

Nicht nur in der Ferne gab es Neuerungen, auch hinter den Toren der Rosenbrauerei tut sich so manches, so
wurde am 10.08.2002 das neue Brauereimuseum eingeweiht. Die neuen Räumlichkeiten vermitteln den Besuchern
viel Interessantes über die Geschichte der Brauerei und die Bierherstellung.
Der Technische Leiter und Braumeister, Herr Bley, vielen auch bekannt durch zahlreiche Vorträge, Brauereiführungen
und Exkursionen in die Welt des Bierbrauens, wurde nach seinem 33-jährigen Betriebsjubiläum am 22.10.2002 in
seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Als Nachfolger tritt nun Herr Jens Unglaub als neuer Technischer
Leiter und Braumeister in die Fußstapfen seines Vorgängers.
Ein gutes Bier und eine gepflegte Gastronomie stehen sicher in einer engen Beziehung. So bewirtschaftet auch die
Rosenbrauerei zahlreiche Gasthäuser und Hotels. Unter anderem wurden die Zimmer des »Waldhotel am Stausee« in Unterwellenborn komplett renoviert. Seit 2000 zählt nun auch das Gasthaus »Lothramühle« zur Rosenbrauerei und als
neueste Errungenschaft das beliebte Ausflugsziel »Linkenmühle«, beide  am Hohenwarte-Stausee, wo in naher Zukunft
wieder ein gastronomischer Betrieb entstehen soll. Auch im Jahr 2001 unterzogen sich die Sorten Rosen Pils und
Schwarze Rose dem Biertest im Weihenstephaner Institut. Dies mit Erfolg in Silber und Gold.

Im Jahre 2016 feierte unsere Brauerei zum 150-jährigen Bestehen mit allen Mitarbeitern, Kollegen, Freunden
und Geniessern aus Nah und Fern ein 3-tägiges rauschendes Fest. Gemeinsam stoßen wir an mit einem Prosit
auf die kommenden 150 Jahre